Evolutions-Spuren am Menschen. überzählige Brustwarzen
Die meisten Säugetiere haben paarige Milchleisten mit mehreren Brustwarzen, damit mehrere Jungtiere gleichzeitig gesäugt werden können. Primaten (Menschen, Gorillas, Schimpansen usw) bringen meistens einzelne Junge zur Welt. Die Brustwarzen bilden sich zurück - es bleibt nur noch ein Paar Brustwarzen übrig. Säugetiere haben in der Regel doppelt so viele Zitzen wie Jungtiere in einem Wurf.
Während der Embryonalentwicklung hat jeder Mensch zeitweise eine vollständige Milchleiste. Bei manchen Menschen bildet sie sich unvollständig zurück - dann entstehen zusätzliche Brustwarzen entlang der Milchleiste (akzessorische Brustwarzen, Polythelie). Einige bekannte Fälle sind Mark Wahlberg, Zac Efron, Tilda Swinton, Lily Allen, Harry Styles.
Die Befunde werden je nach Ausprägung in acht Stadien (nach Kajava) eingeteilt. In Extremfällen können Frauen funktionsfähige, weitere Brüste mit oder ohne Brustwarzen ausbilden. (Wer's mit eigenen Augen sehen will - Google Bildersuche: Accessory breasts polymastia. Neben ein paar Fake-Kreationen (drei Brüste auf einer Höhe) sind da auch reale Fälle zu sehen.)
Solches Wiederauftreten stammesgeschichtlich überwundener Merkmale nennt sich Atavismus. Die Milchleiste und das gelegentliche Auftreten zusätzlicher Brustwarzen offenbaren unsere stammesgeschichtliche Entwicklung aus primitiveren Säugetieren.
Gastbeitrag von: Jori Wehner